Aglaja streicht die Flagge

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Das Brügger königliche Tanztheater Aglaja, das schon mehr als 50 Jahre in Brügge und im In- und Ausland fest etabliert war, hat beschlossen damit aufzuhören. Hunderte von Jugendlichen haben in den vergangenen Jahren zusammen getanzt aber jetzt ist es nicht länger möglich die Zusammenarbeit weiterzuführen.

Vorkenntnisse waren nicht erforderlich, aber doch erwies sich schon längere Zeit, dass neue Tänzer anziehen nicht einfach war. Sich auf den Weg machen mit neuen, jungen Tänzern war trotzdem das wichtigste für Aglaja. „Jetzt sollen wir konstatieren, dass wir auf unsere artistische und pädagogische Weise leider nicht weiterarbeiten können“, sagt Choreograph Jan Dewulf. Er übernahm in den sechziger Jahren die Leitung von Keurgroep S.F.X. und blieb bis heute die treibende Kraft von Aglaja.

Aglaja hat ein ausgebreitetes Verzeichnis. Die Tanzgruppe hat an verschiedenen Kulturprogrammen in Brügge teilgenommen, wie der Prozession des heiligen Blutes, Der Woche für die Amateurkünste, Reiefest, Fedekam Taptoe. Auch international war Aglaja sehr erfolgreich und hat ungefähr 1600 mal aufgetreten in mehr als 20 Ländern, zusammen mit den freiwilligen Tänzern und Mitarbeitern.

1985 war ohne Zweifel der Höhepunkt mit dem Auftritt für Papst Johannes Paulus II in Ypern und es gab auch andere Auftritte für das belgische Königshaus, die European Way Tournee mit u. a. einem Auftritt auf dem Roten Platz in Moskau (1993) und 2015 die Goldenen Jubiläumtour. Die Gruppe war damals einen Monat unterwegs mit Endbestimmung Athen in Griechenland. Seit 2015 darf Aglaja sich auch ‚königlich‘ nennen.

Weil der letzte Vorhang jetzt gefallen ist, bleibt bei Choreographen Jan Dewulf und allen Bezogenen nur noch Niedergeschlagenheit und Schmerzen übrig. Aber gleichzeitig gibt es auch große Dankbarkeit. „Wir sind dankbar für alle Chancen, die wir während der vergangenen Jahre in De Frères, unserem vertrauten Heimathafen, bekommen haben“, sagt der geschäftsführende Vorstand Stefaan Franco. „Wir blicken besonders dankbar zurück auf alles was Aglaja für junge, aufwachsende Leute, für unsere Mitarbeiter und nicht im Geringsten für unser Publikum bedeutet hat.“

Aglaja – in der griechischen Mythologie die Göttin der Schönheit, Eleganz und Freude – wird nicht mehr strahlen auf Podien und bei Straßenauftritten. Aber wer sie kennenlernen durfte, Tanzer oder Zuschauer, wird sie immer erinnern.

 

Brügge, 11. Oktober 2016